Wie wird eine Hypercholesterinämie behandelt?

Statine bei Hypercholesterinämie

Wenn die LDL-Cholsterinwerte trotz verändertem Lebensstil nicht entsprechend sinken, kann Ihr Arzt Ihnen eine medikamentöse Behandlung verschreiben. Diese hängt stark von mehreren Faktoren ab:

  • Ihrer individuellen Lebenssituation
  • von Ihren Risiken für Arteriosklerose und deren Folgeerkrankungen,
  • den konkreten Cholesterinwerten und
  • den Zielwerten

Eine familiäre Hypercholesterinämie muss dauerhaft mit Medikamenten therapiert werden. Kinder erhalten meist erst ab sieben bis acht Jahren eine medikamentöse Behandlung bei Hypercholesterinämie, um den frühzeitig einsetzenden Gefäßveränderungen vorzubeugen.

 

Statine: die Standardtherapie

Jeder zweite Österreicher hat einen zu hohen Cholesterinspiegel. Unbehandelt können zu hohe LDL-Cholesterinwerte zu Herzinfarkt, Schlaganfall oder anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.

Als Standardtherapie gelten Statine, die in Form von Tabletten eingenommen werden. Sie hemmen das Enzym HMG-CoA-Reduktase, das die Leberzellen benötigen, um Cholesterin im Körper zu bilden. Statine unterdrücken so die Bildung von körpereigenem Cholesterin und die Leberzellen nehmen verstärkt Cholesterin von außen, also aus dem Blutstrom, auf. Verschiedene Statine stehen für eine Therapie zur Verfügung, darunter:

  • Lovastatin,
  • Simvastatin,
  • Pravastatin,
  • Fluvastatin,
  • Atorvastatin und
  • Rosuvastatin.

Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Statine bei herzkranken Menschen einen hohen Nutzen haben. Das betrifft also jene, die eine koronare Herzkrankheit, arterielle Durchblutungsstörungen oder bereits einen Herzinfarkt hatten oder eine familiäre Hypercholesterinämie vorweisen.

Der Nutzen von Statinen in der Primärprävention, also vor Auftreten einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, hängt vom Ausgangsrisiko ab. Bei Patienten mit entsprechend hohem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten sie dennoch verschrieben werden, um die Zielwerte zu erreichen. Rund zehn Prozent der Patienten spüren bei Statinen Nebenwirkungen.

Im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel bzw. besonderen diätetischen Lebensmitteln gibt es auch Produkte, die den Spiegel des ungünstigen LDL-Cholesterins senken können. Fermentierter, sogenannter Roter Hefereis enthält als wirksame Substanzen sogenannte Monakoline, die den Statinen sehr ähnlich sind. Allein oder in Kombination mit anderen blutfettsenkenden Substanzen kann der LDL-Spiegel mit diesen pflanzlichen Produkten um ca. 25% sinken. Solche und andere cholesterinsenkende Produkte kommen nur bei niedrigem oder moderatem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zum Einsatz, wenn noch keine medikamentöse Therapie gebraucht wird. Auf die Qualität der Produkte und einen möglichst niedrigen Monakolingehalt sollte unbedingt geachtet werden.

 

Weitere Medikamente bei Hypercholesterinämie

Wirken die Statine nicht ausreichend, wird eine Hypercholesterinämie mit weiteren Medikamenten behandelt.

Cholesterin-Resorptionshemmern

Während Statine die Bildung des körpereigenen Cholesterins hemmen, hemmen die Resorptionshemmer dessen Aufnahme aus der Nahrung. Daher werden sie in erster Linie als ergänzende Therapie zu Statinen eingesetzt.

PCSK9-Hemmer

Auch die sogenannten PCSK9-Hemmer wie Alirocumab und Evolocumab werden zur Behandlung von Hypercholesterinämie verwenden. Sie hemmen das Molekül PCSK9, das am Cholesterinstoffwechsel beteiligt ist und werden bei Patienten mit Hypercholesterinämie verwendet, bei der andere Therapien nicht ausreichend erfolgreich waren oder nicht toleriert wurden.

Gallensäurebinder

Gallensäurebinder sind eine weitere Möglichkeit, Hypercholesterinämie medikamentös zu behandeln. Diese binden Gallensäuren, die aus Cholesterin gebildet werden, im Darm, wodurch diese anschließend ausgeschieden werden. Als Folge wird Cholesterin aus dem Blut aufgenommen und die Hypercholesterinämie verbessert sich. Damit können Cholesterinwerte um bis zu 25 Prozent gesenkt werden. Gallensäurebinder werden häufig mit Statinen kombiniert.

 

Ergänzende Behandlung bei hohem Risiko

Sind neben dem LDL-Cholesterin auch die Triglyceride hoch und die HDL-Cholesterinwerte niedrig und besteht auch ein hohes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, dann kann die Therapie mit Fibraten, Nikotinsäure oder Omega-3-Fettsäuren ergänzt werden.

 

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