Risikogruppen für erhöhtes Cholesterin

Bei Herz-Kreislauf-ErkrankungenAdipositas oder Fettstoffwechselstörungen in der Familie sowie Typ-2-Diabetes und fortgeschrittenem Typ-1-Diabetes sollte auch der Cholesterinwert im Blutserum gemessen werden.

Auch Patienten mit familiärer Hypercholesterinämie (FH) haben ein hohes Atherosklerose-Risiko (im Volksmund Arterienverkalkung). Diese vererbbare Erkrankung verläuft häufig lange symptomlos und macht sich erst bei einer fortgeschrittenen Atherosklerose oder auch durch einen Herzinfarkt bemerkbar. Für die Diagnose ist eine Familienanamnese aufschlussreich.

 

Risikofaktoren

Meist besteht ein mäßiges Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wenn zwei der sogenannten klassischen Risikofaktoren auftreten:

  • Männer über 45 Jahre und Frauen über 55 Jahre
  • positive Familienanamnese für frühzeitig auftretende Herz-Kreislauf-Erkrankungen (männliche Verwandte ersten Grades unter 55 Jahre; weibliche Verwandte ersten Grades unter 65 Jahre)
  • Rauchen
  • Bluthochdruck
  • niedriges HDL-Cholesterin

Trifft nur einer dieser Risikofaktoren zu, so ist das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen meist gering.

 

Cholesterinwerte

Als günstige Werte für Gesunde gelten im Allgemeinen:

  • Gesamtcholesterin unter 200 mg/dl (Milligramm pro Deziliter)
  • LDL-Cholesterin unter 130 mg/dl
  • HDL-Cholesterin über 40 mg/dl für Männer, über 50 mg/dl bei Frauen

Bei Risikopatienten gelten andere LDL-Zielwerte:

  • Bei hohem Risiko, beispielsweise einer familiären Fettstoffwechselstörung (familiäre Hypercholesterinämie, eine genetisch bedingte Erkrankung) sollte das LDL-Cholesterin unter 100 mg/dl.
  • Bei einem sehr hohen Risiko, beispielsweise nach einem Herzinfarkt oder bei vielen Diabetespatienten, sollte das LDL-Cholesterin unter 70 mg/dl liegen.